Holzlamellen, Akustikpaneele, Rillenpaneele: was die Begriffe bedeuten
Kaum ein Produkt im Innenausbau ist in den letzten Jahren so schnell gewachsen wie die Lamellenwand, und kaum eines wird unter so vielen Namen verkauft. Im Handel heißt sie Holzlamellen, Lamellenwand, Holzleisten für die Wand oder, wenn sie für die Raumakustik verkauft wird, Akustikpaneele. Auf Rumänisch spricht man von riflaje, auf Englisch von slat wall. Hinter den Namen stehen drei recht unterschiedliche Konstruktionen.
- Offene Leisten auf Lattung. Einzelne Lamellen, mit Fugen auf eine Lattung oder ein Trägerprofil montiert. Jede Lamelle ist von Luft umgeben, und was hinter den Fugen liegt (eine gestrichene Wand, ein dunkles Vlies, ein Absorber), gehört zum Entwurf.
- Lamellen auf Filz. Leisten, die in festem Abstand auf eine Trägerplatte aus Akustikfilz geklebt sind und als fertige Paneele verkauft werden. Der Filz, meist schwarz oder grau, ist in den Fugen sichtbar.
- Rillenpaneele. Eine einzige Platte mit eingefrästen Nuten, sodass die „Lamellen“ aus einem Stück bestehen. Sie verhalten sich wie Profilholz mit Nut und Feder, das unser Leitfaden zu Profilholz aus Massivholz behandelt.
Dieser Beitrag behandelt Lamellen aus massivem Laubholz: die ersten beiden Konstruktionen, gefertigt aus Eiche, Esche oder Buche, die von der Sichtseite bis zur Rückseite aus demselben Holz bestehen.
Massivholz oder furniertes MDF: was Sie tatsächlich kaufen
Viele fertige Akustikpaneele bestehen aus MDF mit Echtholzfurnier oder bedruckter Folie. Sie sind leicht, formstabil und günstig, und für eine Wand, die niemand berührt, können sie eine vernünftige Wahl sein. Dasselbe Produkt wie Massivholz sind sie aber nicht, und der Unterschied zeigt sich mit der Zeit.
Drei Prüfungen helfen. Schauen Sie auf das Ende einer Lamelle: Massivholz zeigt Jahrringe und Poren über den ganzen Querschnitt, MDF einen gleichmäßigen braunen Faserkern unter einer dünnen Deckschicht. Schauen Sie auf die Kanten: Eine Furnierkante ist ein eigenes Blatt mit einer feinen Leimfuge an der Ecke. Und denken Sie an Reparaturen: Eine Delle oder ein Kratzer in einer massiven Eichenlamelle lässt sich schleifen und nachölen, während ein Furnier von wenigen Zehntelmillimetern nach dem Durchschleifen nicht mehr zu retten ist. Auch die Brandklassifizierung unterscheidet sich, wie unten erklärt, denn die prüffreien Regeln für Wandbekleidungen gelten nur für Massivholz.
Die Wahl der Holzart
Innen entscheiden vor allem Optik, Härte und das Verhalten bei wechselnder Luftfeuchte. Außen entscheidet die Dauerhaftigkeit: wie lange das Kernholz ohne Holzschutzmittel holzzerstörenden Pilzen widersteht.
- Eiche ist die gefragteste Holzart für Lamellen. Ihre offene Struktur und warme Farbe passen zu modernen wie zu klassischen Räumen, und ihr Kernholz ist dauerhaft genug für außen (DIN EN 350 Klasse 2, teils 2–4).6
- Esche ist heller, hat eine kräftige Maserung und ist härter als Eiche: rund 6.580 N im Janka-Test gegenüber 4.980 N bei Europäischer Eiche.1 Unbehandelt liegt sie in Klasse 5 und gehört nach innen; als Thermoesche ist sie für außen geeignet.6
- Buche hat ein ruhiges, gleichmäßiges Bild und ist sehr hart, rund 6.460 N Janka. Sie arbeitet aber von den dreien am stärksten: Ihr tangentiales Schwindmaß vom frischen bis zum darrtrockenen Zustand beträgt 11,7 %, bei Eiche 8,4 %.1 Sie eignet sich für Innenlamellen in beheizten Räumen mit gleichmäßiger Luftfeuchte.
- Robinie und Lärche sind übliche Alternativen für außen. Robinienkernholz liegt in Klasse 1–2, Europäische Lärche in Klasse 3–4, also mäßig bis wenig dauerhaft.6
| Holzart | Klasse DIN EN 350 | Typischer Einsatz als Lamelle |
|---|---|---|
| Robinie | 1–2 | außen, auch in Bodennähe |
| Europäische Eiche | 2 (2–4) | innen und außen (Kernholz) |
| Europäische Lärche | 3–4 | außen, mäßig dauerhaft |
| Esche | 5 | innen; außen nur als Thermoesche |
| Buche | 5 | innen, gleichmäßige Luftfeuchte |
Thermoesche hat keine natürliche Dauerhaftigkeitsklasse nach DIN EN 350; ihre Dauerhaftigkeit deklariert der Hersteller. Quelle: Classes: GD Holz, Holz vom Fach, Holz-ABC (DIN EN 350). Use column: SARAL guidance.
Splintholz, der helle äußere Ring des Stammes, ist bei keiner Holzart dauerhaft. Für Außenlamellen sollten Sie daher splintfreies Kernholz ausschreiben. Der Vergleich Eiche, Buche und Esche geht auf die drei Hauptholzarten genauer ein.
Profile, Maße und Abstände
Keine europäische Norm legt die Maße dekorativer Lamellen fest; die Abmessungen sind eine Entwurfsentscheidung. Der Planer wählt einen Rhythmus: Lamellenbreite, Lamellentiefe und Fugenbreite. Einige Grundsätze helfen dabei.
Rechteckig, gefast, gerundet oder trapezförmig
Rechteckige Lamellen mit scharfen oder leicht gebrochenen Kanten ergeben die klarsten Linien. Gerundete Lamellen wirken weicher und sind in Fluren freundlicher zu Händen und Schultern. Trapez- oder schräg gefaste Lamellen, hinten breiter als vorne oder umgekehrt, verändern das Wandbild beim Vorbeigehen, weil man aus dem Winkel mehr oder weniger von den Fugen sieht. Tiefere Lamellen, etwa 40–60 mm von vorne nach hinten, werfen stärkere Schatten als flache und lassen die Fugen dunkler wirken.
Warum schmale Lamellen formstabil sind
Holz schwindet und quillt quer zur Faser, wenn sich seine Holzfeuchte ändert, und die Bewegung ist proportional zur Breite des Stücks. Das Wood Handbook gibt eine einfache Abschätzung: Das Schwinden beginnt am Fasersättigungspunkt, bei etwa 30 % Holzfeuchte, und nimmt linear zu, während das Holz trocknet.2 Mit den tangentialen Schwindmaßen der Wood Database für europäische Holzarten wird eine 45-mm-Eichenlamelle, deren Holzfeuchte von 10 % auf 7 % fällt, um etwa 0,4 mm schmaler; ein 150-mm-Eichenbrett verliert unter denselben Bedingungen etwa 1,3 mm.1,2
Daten anzeigen
| Eiche (8,4 %) | Esche (9,6 %) | Buche (11,7 %) | |
|---|---|---|---|
| Lamelle 30 mm | 0,25 mm | 0,29 mm | 0,35 mm |
| Lamelle 45 mm | 0,38 mm | 0,43 mm | 0,53 mm |
| Lamelle 60 mm | 0,50 mm | 0,58 mm | 0,70 mm |
| Lamelle 90 mm | 0,76 mm | 0,86 mm | 1,05 mm |
| Brett 150 mm | 1,26 mm | 1,44 mm | 1,76 mm |
Die Prozentwerte in der Legende sind das tangentiale Schwindmaß vom frischen bis zum darrtrockenen Zustand. Radial geschnittene Lamellen arbeiten etwa halb so stark. Quelle: Calculation: Glass & Zelinka (2021), Wood Handbook ch. 4, eq. 4–9; shrinkage green to oven-dry: The Wood Database (English oak, European ash, European beech).
Das ist ein Grund, warum Lamellenwände so gutmütig sind. Jede Lamelle bewegt sich um Bruchteile eines Millimeters, die Fuge daneben nimmt die Änderung auf, und nichts drückt gegen den Nachbarn. Buche arbeitet trotzdem rund 40 % stärker als Eiche; das Prinzip gilt auch für Buchenlamellen, nur mit weniger Reserve.

Akustikpaneele aus Holz: was Lamellen leisten und was nicht
„Akustikpaneele Holz“ gehört zu den meistgesuchten Begriffen rund um Lamellenwände und zugleich zu den am häufigsten missverstandenen. Hinter dem Wort Akustik verbergen sich zwei verschiedene Eigenschaften.
Schallabsorption ist nicht Schalldämmung
Schallabsorption beschreibt, wie viel Schall eine Oberfläche schluckt, statt ihn in den Raum zurückzuwerfen. Sie verkürzt den Nachhall, verbessert die Sprachverständlichkeit und senkt den Grundgeräuschpegel in einem vollen Raum. Schalldämmung beschreibt, wie viel Schall durch eine Wand in den Nachbarraum dringt. Sie hängt von Masse, Dichtheit und Aufbau der Wand ab. Ein wenige Zentimeter dickes Lamellenpaneel an der Wand kann die Absorption verbessern. Den Fernseher des Nachbarn hält es nicht ab: Dafür braucht es eine schwerere oder entkoppelte Wand, keine Wandbekleidung.
Warum die Rückseite mehr zählt als die Lamellen
Massivholz ist hart und schallreflektierend. Lamellen allein, auf eine ebene Wand montiert, werfen den größten Teil des Schalls zurück. Die Absorption entsteht hinter den Fugen: im Filz, in der Mineralwolle oder einem anderen porösen Absorber und im Luftraum dahinter. Gemessen wird im Hallraum nach DIN EN ISO 354; das Ergebnis wird im bewerteten Schallabsorptionsgrad αw zusammengefasst, von 0 (alles wird reflektiert) bis 1 (alles wird absorbiert), den die DIN EN ISO 11654 in die Absorberklassen A bis E einteilt.3

| Klasse | αw | Bezeichnung |
|---|---|---|
| A | 0,90–1,00 | höchst absorbierend |
| B | 0,80–0,85 | höchst absorbierend |
| C | 0,60–0,75 | hoch absorbierend |
| D | 0,30–0,55 | absorbierend |
| E | 0,15–0,25 | gering absorbierend |
| nicht klassifiziert | 0,00–0,10 | – |
Beispiel: Das Lamellenpaneel auf Filz aus Quelle 4 erreichte direkt an der Wand Klasse D, über 50 mm Hohlraum mit Mineralwolle Klasse A. Quelle: BauNetz Wissen, glossary entry Absorberklasse (EN ISO 11654).
Ein veröffentlichter Test zeigt das deutlich. Ein handelsübliches Lamellenpaneel mit furnierten Leisten auf Polyesterfilz, geprüft an der University of Salford, erreichte direkt an der Wand αw 0,30, Klasse D. Auf einer Lattung von 50 × 50 mm mit 50 mm Mineralwolle dahinter erreichte dasselbe Paneel αw 1,00, Klasse A.4 Die Lamellen blieben gleich; geändert haben sich Hohlraum und Absorber dahinter.
Massivholzlamellen funktionieren genauso. Soll ein Restaurant, Büro oder Wohnraum ruhiger werden, planen Sie Absorber und Hohlraum zusammen mit den Lamellen und lassen Sie sich Prüfdaten für den gesamten Aufbau geben, nicht nur für die Lamellen. Geht es nur um die Optik, genügen Lamellen auf Lattung vor einer gestrichenen Wand.
Brandschutz: wann offene Lamellen ohne Prüfung klassifiziert sind
Wand- und Deckenbekleidungen in öffentlichen Gebäuden, in Rettungswegen und in vielen Mehrfamilienhäusern brauchen eine Brandverhaltensklasse. Für Bekleidungen aus Massivholz listet das EU-Recht Bedingungen auf, unter denen eine Klasse ohne Prüfung gilt. Seit der Delegierten Verordnung (EU) 2024/1399 enthält diese Liste eine eigene Zeile für offene Lamellen, die die deutsche Fassung „Holzpaneele“ nennt.5
Die Regel für offene Holzlamellen
Unbehandelte rechteckige Holzstücke, mit oder ohne gerundete Kanten, waagerecht oder senkrecht auf einer Unterkonstruktion montiert und allseitig belüftet, erreichen ohne Prüfung D-s2,d0, wenn alle folgenden Bedingungen erfüllt sind:5
- eine durchschnittliche Mindestrohdichte von 390 kg/m³, die Europäische Eiche, Buche und Esche deutlich überschreiten;1
- eine Mindestdicke von 18 mm;
- eine frei liegende Oberfläche aller Seiten der Lamellen und der Holzunterkonstruktion von höchstens 110 % der ebenen Wandfläche, ausgedrückt als 2n(t + w) + a ≤ 1,10, wobei n die Zahl der Lamellen pro Meter ist, t und w deren Dicke und Breite in Metern und a die frei liegende Fläche der Unterkonstruktion pro m²;
- andere Bauteile im Abstand unter 100 mm von den Lamellen mindestens A2-s1,d0, bei 100–300 mm mindestens B-s1,d0 und über 300 mm mindestens D-s2,d0;
- unbehandeltes Holz: weder beschichtet noch anders behandelt als durch technische Trocknung.
Was die 110-%-Regel für den Lamellenabstand bedeutet
Die Grenze der frei liegenden Oberfläche ist die Bedingung, die Planer am häufigsten übersehen. Jede Lamelle zeigt Vorderseite, Rückseite und beide Kanten, sodass dicht gesetzte Lamellen die Grenze schnell überschreiten. Löst man die Formel nach der Fuge auf, ergibt sich die lichte Mindestfuge. Bei 18 mm dicken Lamellen steigt sie von etwa 49 mm bei 20 mm breiten Lamellen auf etwa 82 mm bei 60 mm breiten Lamellen, und dickere Lamellen brauchen noch breitere Fugen (unsere Rechnung nach der Formel der Verordnung, ohne frei liegende Unterkonstruktion).5
Daten anzeigen
| 18 mm dick | 27 mm dick | |
|---|---|---|
| 20 mm breit | 49 mm | 65 mm |
| 30 mm breit | 57 mm | 74 mm |
| 40 mm breit | 65 mm | 82 mm |
| 50 mm breit | 74 mm | 90 mm |
| 60 mm breit | 82 mm | 98 mm |
Eine frei liegende Unterkonstruktion (a > 0) erfordert breitere Fugen. Alle übrigen Bedingungen gelten: unbehandeltes Holz, mindestens 390 kg/m³, mindestens 18 mm dick, allseitig belüftet und die Abstandsregeln zu benachbarten Bauteilen. Quelle: Calculation from Commission Delegated Regulation (EU) 2024/1399, Annex, figure b and note 9.
Paneele auf Filz, beschichtete Lamellen und engere Abstände brauchen eine Prüfung
Drei häufige Fälle fallen aus der prüffreien Zeile heraus. Lamellen auf Filz sind nicht allseitig von Luft umgeben. Geölte, lackierte oder gebeizte Lamellen sind nicht unbehandelt. Und Lamellen, die enger stehen, als die 110-%-Regel erlaubt, überschreiten die Flächengrenze. Verboten ist nichts davon, aber jede dieser Lösungen braucht eine Klassifizierung auf Grundlage einer Prüfung genau dieses Produkts mit dieser Oberfläche und diesem Aufbau. Hat das Projekt eine Brandschutzanforderung, klären Sie Oberfläche und Abstände vor der Bestellung mit dem Hersteller. Dieselbe Regel „nur unbehandeltes Holz“ gilt für Profilholz mit Nut und Feder, wie unser Beitrag über Profilholz erklärt.
Holzfeuchte und Akklimatisierung
Lamellen sind klein, tauschen aber trotzdem Feuchte mit dem Raum aus. Das US Forest Products Laboratory (FPL) empfiehlt, Innenausbauteile und Leisten mit einer mittleren Holzfeuchte von 8 % einzubauen, einzelne Stücke zwischen 6 % und 10 %, für den größten Teil der USA; der Wert passt gut zu beheizten Wohnräumen in Mitteleuropa.8
Das größere Risiko ist die Baustelle. Putz, Estrich und Farbe geben viel Wasser ab: Das FPL schätzt, dass beim Verputzen eines mittelgroßen Hauses mit sechs Räumen etwa 450 kg Wasser verbraucht werden, das komplett verschwunden sein muss, bevor der Innenausbau beginnt.8 Lamellen, die in einen feuchten Neubau kommen, nehmen Feuchte auf und schwinden, sobald die Heizung läuft. Lassen Sie sie erst liefern, wenn die nassen Gewerke ausgetrocknet sind, lagern Sie sie liegend im Raum, in dem sie montiert werden, und bauen Sie sie ein, wenn der Raum nahe an seiner üblichen Temperatur und Luftfeuchte ist. Der Beitrag zur Holzfeuchte erklärt die Ausgleichsfeuchten.
Holzlamellen an Wand und Decke befestigen
Offene Lamellen werden meist auf waagerechte Latten (für senkrechte Lamellen) oder auf ein Trägerprofil geschraubt, das mehrere Lamellen im richtigen Abstand hält. Die Lattung gleicht die Wand aus, schafft den Luftraum hinter den Lamellen und gibt den Schrauben festen Halt.
- Verdeckte Befestigung. Schrauben Sie durch Latte oder Trägerprofil von hinten in jede Lamelle, damit auf der Sichtseite keine Schraubenköpfe zu sehen sind. Die Schrauben müssen kurz genug sein, um nicht durchzuschlagen.
- Abstandshalter. Ein einfacher Klotz in Fugenbreite hält den Rhythmus über eine lange Wand gleichmäßig, auf der sich kleine Fehler sonst aufaddieren.
- Decken. Lamellen über Kopf brauchen eine mechanische Befestigung in einer tragfähigen Konstruktion. Verlassen Sie sich über Köpfen nicht allein auf Kleber.
- Korrosion. Eiche ist sauer, mit einem pH-Wert von etwa 3,9, und Eisen auf feuchter Eiche hinterlässt blauschwarze Verfärbungen.6 Verwenden Sie in Küchen, Bädern und überall, wo die Lamellen nass werden können, Edelstahl- oder beschichtete Schrauben.
Fertige Filzpaneele werden meist durch den Filz direkt an die Wand oder auf eine Lattung geschraubt. Ist die Wand uneben, lohnt sich die Lattung, denn eine Lamellenwand macht im Streiflicht jede Unebenheit sichtbar.
Holzlamellen außen: Fassaden und Sichtschutz
Außen werden Lamellen für Fassaden, Zäune, Sichtschutzwände auf der Terrasse und als Sonnenschutz verwendet. Die Regeln ändern sich, weil das Holz nass wird, wieder trocknet und der Sonne ausgesetzt ist.
- Holzart. Kernholz einer dauerhaften Holzart (Eiche, Robinie) oder modifiziertes Holz wie Thermoesche; Lärche, wo eine mäßige Dauerhaftigkeit genügt.6
- Hirnholz. Flüssiges Wasser dringt über das Hirnholz 10- bis 100-mal schneller ins Holz ein als über die anderen Flächen. Hirnholz muss daher versiegelt und vom Wasser ferngehalten werden. Das FPL empfiehlt einen Abstand von 50 mm zwischen dem Hirnholz einer Bekleidung und einem Dach oder einer annähernd waagerechten Fläche darunter.7
- Hinterlüftung. Hinter Bekleidungen empfehlen britische Leitfäden einen entwässerten, hinterlüfteten Hohlraum von mindestens 19 mm, bei offenen Fugen breiter, mit Insektenschutzgitter an allen Öffnungen.9 In Deutschland gilt für hinterlüftete Außenwandbekleidungen die DIN 18516-1; klären Sie die Details mit dem Fachplaner.
- Befestigungsmittel. Austenitischer Edelstahl, 1.4301 (304) für die meisten Bekleidungen und 1.4401 (316) in Küstennähe.9

Unbeschichtet vergrauen Eiche und Lärche silbrig. Die Oberfläche erodiert langsam, etwa 6 mm pro Jahrhundert, bei Holz geringerer Dichte schneller.7 Wer die Farbe erhalten will, muss Pflege einplanen. Eindringende Anstriche lassen sich leicht erneuern, halten außen aber unter Umständen nur etwa zwei Jahre; filmbildende Beschichtungen halten länger, blättern aber ab, wenn sie auf bereits verwittertes Holz aufgetragen werden. Dafür genügt bei Holz geringer Dichte etwa eine Woche Sonne, bei dichtem Holz etwa vier Wochen.7 Unabhängig von der Oberfläche entsteht Dauerhaftigkeit außen zuerst durch die Konstruktion: Lamellen, die Wasser ableiten und abtrocknen können.
Oberflächen für Innenlamellen
Innen kommen Öl, Hartwachsöl und wasserbasierter Lack zum Einsatz. Öl erhält die matte, natürliche Optik und erlaubt es, eine beschädigte Lamelle örtlich auszubessern. Lack ist unempfindlicher gegen Schmutz und Fingerabdrücke und leichter zu reinigen, was in Restaurants und Hotelfluren zählt. Vor der Montage zu beschichten ist viel einfacher als danach, weil Pinsel oder Spritzpistole dann alle vier Seiten und die Enden erreichen.
Denken Sie an den Brandschutz: Jede Beschichtung nimmt die Lamellen aus der prüffreien Klassifizierung. Unser Beitrag Hartwachsöl oder Lack vergleicht die Oberflächen ausführlich.

So fertigen wir Wandlamellen bei SARAL
Checkliste für die Ausschreibung
- Einsatz und Ort: Innenwand, Decke oder außen; trockener Raum, Küche, Bad oder Terrasse.
- Konstruktion: lose Lamellen für Lattung, Lamellen auf Trägerprofil oder fertige Paneele auf Filz.
- Holzart und Sortierung: Eiche, Esche oder Buche; außen nur Kernholz; zulässige Äste und Farbunterschiede.
- Maße: Breite, Tiefe und Länge jeder Lamelle, lichte Fuge und Profil (rechteckig, gefast, gerundet, trapezförmig), mit Zeichnung.
- Durchgehend oder keilgezinkt: Durchgehende Lamellen zeigen keine Stöße; keilgezinkte nutzen das Holz besser und können länger sein.
- Holzfeuchte bei Lieferung: etwa 8 % für beheizte Innenräume, mit Toleranz und Messverfahren.8
- Oberfläche: unbehandelt, geölt oder lackiert, und auf welchen Seiten.
- Akustik: falls gefordert, die Ziel-Absorberklasse und Prüfdaten für den gesamten Aufbau.3,4
- Brandverhaltensklasse: die geforderte Klasse und ihr Nachweis: die prüffreie Zeile für unbehandelte offene Lamellen oder ein Prüfbericht.5
- Verpackung: feuchtegeschützt und nach Wand oder Raum beschriftet.
Häufige Fragen
Schlucken Holzlamellen an der Wand Schall?
Nur mit einem Absorber dahinter. Blanke Lamellen vor einer harten Wand werfen den größten Teil des Schalls zurück. Filz, Mineralwolle und ein Luftraum hinter den Lamellen steigern die Absorption deutlich: Ein geprüftes Paneel kam direkt an der Wand auf αw 0,30 und über einem 50-mm-Hohlraum mit Mineralwolle auf 1,00.4 Die Schalldämmung zwischen Räumen verbessern Lamellen nicht.
Welcher Abstand zwischen Holzlamellen ist richtig?
Optisch gibt es keine Regel: Fugen in Lamellenbreite ergeben einen ausgewogenen Rhythmus, engere Fugen lassen die Wand als Fläche wirken. Für die prüffreie EU-Brandklasse unbehandelter offener Lamellen muss die frei liegende Oberfläche unter 110 % der Wandfläche bleiben, bei Lamellen von 18 × 40 mm also Fugen von etwa 65 mm oder mehr.5
Kann man Holzlamellen außen verwenden?
Ja, aus dauerhaftem Kernholz wie Eiche oder Robinie oder aus modifiziertem Holz, mit versiegeltem Hirnholz, Abstand zu waagerechten Flächen und Befestigung aus Edelstahl.6,7,9 Unbehandelte Buche und Esche sind außen nicht dauerhaft.6
Was unterscheidet Massivholzlamellen von MDF-Akustikpaneelen?
Es sind verschiedene Produkte. Massivholz lässt sich schleifen und ausbessern, ist durchgehend dasselbe Material und fällt unter die prüffreien EU-Regeln für unbehandeltes Holz. Furniertes MDF ist leichter und günstiger, ein beschädigtes Furnier lässt sich aber nicht abschleifen.
Welches Holz eignet sich für eine Lamellenwand?
Eiche ist wegen Optik und Dauerhaftigkeit die häufigste Wahl. Esche ist heller und härter; Buche ist gleichmäßig und hart, arbeitet aber stärker mit der Luftfeuchte.1,6 Für außen wählen Sie Kernholz von Eiche oder Robinie.

